50 Jahre RVK:

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Von der Haussystematik zum Klassifikationsverbund

Die Universität Regensburg wurde 1962 als vierte bayerische Landesuniversität gegründet. Statt des bis dahin üblichen zweischichtigen Bibliothekssystems mit umfangreichem Magazinbestand und eigenständigen Institutsbibliotheken, wurde die neugegründete Universitätsbibliothek mit einer integrierten Struktur mit einer Zentralbibliothek und mehreren unselbstständigen Fachbereichsbibliotheken konzipiert. Der Bestand wurde in Lesesälen offen zugänglich gemacht. Bibliothekare der Universitätsbibliothek Regensburg und Fachvertreter der einzelnen Fächer entschieden sich für eine systematische Aufstellung der Literatur und entwickelten eine auf die Freihandaufstellung zugeschnittene Systematik, die in einzelne Fachsystematiken gegliedert wurde. Zudem wurde ein eigenes Signaturensystem entwickelt.

In der Folgezeit gingen andere Bibliotheken, zuerst in Bayern, dann auch in anderen Bundesländern, dazu über, die Titelaufnahmen der Universitätsbibliothek Regensburg zu übernehmen. Da die Titelaufnahmen auch die Signaturen umfassten, bedeutete dies einen ersten Schritt hin zu einem Klassifikationsverbund.

Heute, über fünf Jahrzehnte nach ihren Anfängen, sind der Universitätsbibliothek Regensburg über 140 Bibliotheken und Institutionen bekannt, welche die RVK ganz oder in Teilen anwenden (Stand Juli 2017).

 

Von der Schreibmaschine zum Webportal

Die erste schriftliche Niederlegung der RVK erfolgte mit der Schreibmaschine und ab Anfang der 1980er Jahre mit dem Textverarbeitungsprogramm WordStar. Die Anwender bezogen die Fachsystematiken als Ausdruck von der Universitätsbibliothek Regensburg.

Mit dem DFG-Projekt „Datenbankversion der Regensburger Systematik als klassifikatorische Systematik für die kooperative Sacherschließung (RVK-Online)“ im Jahr 1994 begann der Umstieg auf eine elektronische Version, die RVK-Online. Das im Projekt entwickelte Desktop-Programm für die RVK unter Windows konnte gegen die in vielen Jahren verfeinerte Textfassung der RVK nicht überzeugen. Es fehlte außerdem die Möglichkeit, Fachsystematiken für den Druck aufzubereiten, so dass die WordStar-Version noch mehrere Jahre Verwendung fand. Wesentlich für die Weiterentwicklung war, dass die Verbundklassifikation vom Textformat in eine strukturierte Form mit hierarchischen Beziehungen zwischen den Systemstellen gebracht und das Vokabular des Registers mit der Schlagwortnormdatei (SWD) abgeglichen wurde. Zudem wurde ab 1995 das World Wide Web für die Verbundarbeit eingesetzt und die Fachsystematiken als statische Webseiten präsentiert.

Als Ersatz für das Desktop-Programm konnte 1999 eine datenbankgestützte webbasierte Version der RVK-Online vorgestellt werden. Nun konnte die Datenbank nach mehreren Suchbegriffen, z.B. Notation, Benennung oder Registereintrag, durchsucht werden, Änderungen wurden dem Nutzer unmittelbar angezeigt, und die nun als PDF-Version verfügbare Druckausgabe wurde laufend aktualisiert.

Im Jahr 2009 erfolgte ein weiterer Entwicklungsschritt in der Geschichte der RVK. Das Webportal der RVK wurde aus der Taufe gehoben. Alle Informationen rund um die RVK waren nun erstmals unter einer Oberfläche vereint. Das RVK-Portal basiert auf dem freien Content-Management-System Joomla! und verfügt über einige zusätzliche Komponenten wie eine Formularerweiterung und ein MediaWiki. In den Jahren 2014 und 2015 wurden das Content-Management-System und sämtliche Erweiterungen auf die aktuelle Version migriert. Layout, Design und Funktionalitäten des Portals erfuhren eine Aktualisierung, und die Benutzerführung wurde an moderne Anforderungen angepasst. Zuletzt im März 2017 wurde RVK-Online mit neuen Funktionalitäten freigeschaltet.

Koordination und inhaltliche und technische Betreuung des Portals obliegen der Universitätsbibliothek Regensburg. Als Ansprechpartner fungiert die RVK-Koordinierungsstelle.